Welcher Monitor ist gut? Die Unterschiede zwischen Monitorpanels
Die Wahl des richtigen Monitors ist ein enorm wichtiger Teil beim Computerkauf.
Die Wahl des richtigen Monitors ist ein enorm wichtiger Teil beim Computerkauf. Schließlich schaust du während der gesamten Nutzung ununterbrochen auf den Bildschirm – die Entscheidung ist also alles andere als nebensächlich.
Genauso wie bei Computern gibt es auch bei Monitoren viele verschiedene Panels. Fachbegriffe wie TN, VA, IPS, Bildwiederholrate, Auflösung und Reaktionszeit wirken auf den ersten Blick oft kompliziert. Doch wenn du weißt, was genau dahintersteckt, findest du deutlich leichter den Monitor, der wirklich zu deinem Bedarf passt.
Das passende Panel je nach Einsatzzweck
- Gaming: Hier eignet sich am besten ein besonders schnelles TN- oder IPS-Panel.
- Bild- und Videobearbeitung: Ein IPS-Panel ist dank seiner präzisen Farbdarstellung die beste Wahl. Gerade bei kreativer Arbeit ist es extrem wichtig, dass der Monitor Farben möglichst exakt und zuverlässig wiedergibt.
- Alltag, Homeoffice & Studium: Fürs Studium, das Homeoffice und die allgemeine Alltagsnutzung reicht in der Regel fast jeder solide und preiswerte Monitor aus.
- Immersion: Sogenannte Curved-Monitore sind heute weit verbreitet und besonders bei Gamern beliebt. Durch das gebogene Panel wirkt das Spielerlebnis deutlich intensiver. Die meisten Curved-Monitore sind mit einem kontraststarken VA-Panel ausgestattet.
Was sollte man über Monitore wissen?
Es gibt unzählige verschiedene Monitore auf dem Markt. Wenn du die folgenden drei Punkte verstehst, kannst du viel besser einschätzen, welcher Bildschirm zu dir passt:
- Monitorgröße und Auflösung
- Bildwiederholrate (Hz) und Reaktionszeit (ms)
- Die verschiedenen Paneltypen (TN, VA und IPS)
Monitorgröße und Auflösung
Die Größe eines Monitors wird immer in Zoll von Ecke zu Ecke (diagonal) angegeben. Bei Laptops liegen die gängigsten Bildschirmgrößen zwischen 13 und 17 Zoll. Bei Desktop-PCs werden häufig deutlich größere Monitore verwendet, meist ab 22 Zoll aufwärts.
Gerade bei einem Laptop solltest du bedenken, dass ein größerer Bildschirm auch immer ein schwereres und insgesamt größeres Gerät bedeutet. Die Bildschirmgröße sollte deshalb zu deinem Einsatzzweck passen: Zum Surfen im Internet brauchst du keinen ultrabreiten Widescreen-Monitor. Und für Studierende ist ein mehrere Tausend Euro teurer Profi-Monitor mit perfekter Farbwiedergabe in den meisten Fällen überdimensioniert.
Mit der Auflösung ist die Bildschärfe des Monitors gemeint – also wie viele Pixel das Panel besitzt. Eine höhere Auflösung sorgt für ein schärferes Bild und mehr digitale Arbeitsfläche auf dem Bildschirm. Die Auflösung wird immer in der Form horizontale Pixelzahl × vertikale Pixelzahl angegeben.
Vereinfacht gesagt gilt: Je höher die Pixelzahl, desto schärfer kann das Bild dargestellt werden.
Je höher die Auflösung ist, desto kleiner erscheinen Menüs und Inhalte auf dem Bildschirm (sofern sie in Windows nicht manuell größer skaliert werden). Außerdem benötigt eine höhere Auflösung deutlich mehr Leistung, besonders von der Grafikkarte – das macht sich speziell beim Gaming bemerkbar.
Die gängigsten Monitorauflösungen im Überblick:
- 1366 × 768 (HD)
- 1600 × 900 (HD+)
- 1920 × 1080 (Full HD)
- 2560 × 1440 (QHD oder 2K)
- 2560 × 1600 (Retina, nur Apple)
- 3200 × 1800 (QHD+)
- 3840 × 2160 (UHD oder 4K)
Bei der Wahl von Monitorgröße und Auflösung solltest du beachten, dass ein kleiner Bildschirm keine extrem hohe Auflösung benötigt. Ein 14-Zoll-Laptopdisplay mit 2K-Auflösung stellt Symbole schon extrem klein dar. Umgekehrt kann eine sehr niedrige Auflösung auf einem großen 27-Zoll-Monitor alles übermäßig groß und unscharf wirken lassen.
Für die grundlegende Nutzung ist bei einem kleinen Bildschirm (etwa einem 13-Zoll-Subnotebook) 1366 × 768 sehr gut geeignet. Für einen größeren 27-Zoll-Monitor auf dem Schreibtisch ist 2560 × 1440 (QHD) oft die perfekte Wahl. Bei Bildbearbeitung und kreativer Arbeit ist ein extrem scharfes Display allerdings auch dann von großem Vorteil, wenn der Bildschirm etwas kleiner ist.
Bildwiederholrate (Hz) und Reaktionszeit (ms)
Die Bildwiederholrate gibt an, wie viele Bilder ein Monitor pro Sekunde darstellen kann. Dieser Wert wird in Hertz (Hz) angegeben. Ein 60-Hz-Monitor kann also genau 60 Bilder pro Sekunde anzeigen.
Für den normalen Alltagsgebrauch spielt die Bildwiederholrate meist keine große Rolle. Beim Gaming ist sie jedoch ein extrem wichtiger Faktor. Wenn ein Desktop-PC ein Spiel mit 100 Bildern pro Sekunde berechnet, der Monitor aber nur 60 Bilder pro Sekunde darstellen kann, bleiben 40 Bilder in der Praxis unsichtbar. Das Spielerlebnis wirkt dann nicht annähernd so flüssig wie auf einem echten 144-Hz- oder 165-Hz-Gaming-Monitor.
Die Reaktionszeit beschreibt, wie schnell die Pixel eines Monitors ihre Farbe ändern können (zum Beispiel von einem Grauton zum anderen oder von Schwarz zu Weiß). Sie wird in Millisekunden (ms) gemessen.
Auch hier gilt: Für die normale Büronutzung ist die Reaktionszeit kaum entscheidend. Für Gamer ist sie dagegen immens wichtig. Eine zu hohe Reaktionszeit kann zu sogenannter Schlierenbildung ("Ghosting") führen und den Eindruck erwecken, dass das Panel bei schnellen Kamerabewegungen nicht richtig hinterherkommt.
Die verschiedenen Typen von Monitorpanels
Moderne LCD-Monitorpanels werden heute in drei Haupttypen unterteilt:
- TN (Twisted Nematic)
- IPS (In-Plane Switching)
- VA (Vertical Alignment)
TN (Twisted Nematic)
Das TN-Panel gilt traditionell als der schnellste Paneltyp und eignet sich besonders gut fürs Gaming. Reaktionszeiten von teils unter einer Millisekunde und sehr hohe Bildwiederholraten ermöglichen ein direktes, reaktionsschnelles und flüssiges Spielerlebnis.
Der Nachteil dieses Paneltyps sind die eingeschränkten Blickwinkel. Betrachtet man den Bildschirm nicht direkt von vorne, sondern leicht von der Seite, können sich Farben und Kontraste deutlich verschlechtern.
IPS (In-Plane Switching)
Das IPS-Panel wurde ursprünglich entwickelt, um die schwache Farbdarstellung und die engen Blickwinkel von TN-Panels zu verbessern. In beiden Bereichen ist IPS deutlich stärker und bietet dir daher eine exzellente Farbwiedergabe sowie ein sehr angenehmes Betrachtungserlebnis aus fast jedem Winkel.
Früher hatten IPS-Panels oft höhere Reaktionszeiten. Heute gibt es jedoch auch erstklassige Modelle mit sehr niedriger Reaktionszeit und hohen Bildwiederholraten. Dadurch eignen sich moderne IPS-Panels nicht nur für den Alltag und kreative Arbeit, sondern auch extrem gut fürs Gaming. Für Grafikprofis sowie Bild- und Videobearbeitung sind sie ohnehin die ungeschlagene Nummer eins.
VA (Vertical Alignment)
VA-Panels liegen mit ihren Eigenschaften genau zwischen IPS- und TN-Panels. Sie bieten meist einen überragenden Kontrast und sind daher eine sehr attraktive Wahl, wenn dir eine kräftige und lebendige Bildwirkung wichtig ist.
An die absolute Farbgenauigkeit eines teuren IPS-Panels reichen sie oft nicht ganz heran, dafür ist das Kontrastverhältnis häufig deutlich besser. In der Praxis bedeutet das: Schwarztöne wirken viel tiefer, helle Bereiche klarer und Farben insgesamt kräftiger.
Zu den Schwächen vieler VA-Panels gehören etwas eingeschränktere Blickwinkel im direkten Vergleich zu IPS sowie leicht langsamere Pixelreaktionen. Dadurch können sehr schnelle Bewegungen manchmal etwas verschwommen wirken. Für den täglichen Gebrauch und immersives Gaming (oft in Curved-Monitoren) ist ein VA-Panel jedoch eine absolut solide Wahl.
Zusammenfassung der wichtigsten Eigenschaften
Moderne Monitorpanels liegen qualitativ insgesamt recht nah beieinander. In höheren Preisklassen sind die Unterschiede oft kleiner, während sie im günstigeren Preisbereich deutlicher ausfallen können. Deshalb lohnt es sich, vor dem Kauf genau auf Bildwiederholrate, Reaktionszeit, Auflösung und Paneltyp zu achten.
Mit einem IPS-Panel machst du in den allermeisten Fällen nichts falsch. Es überzeugt durch starke Blickwinkel, präzise Farben und ein tolles Nutzungserlebnis.
Ein VA-Panel ist ein starker Allrounder und eine exzellente Wahl, wenn du Wert auf enorm tiefe Kontraste und ein kräftiges Bild legst.
Ein TN-Panel ist besonders schnell und daher primär für preisbewusste oder kompetitive Gamer hochinteressant.
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